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Anlieger wollen Schulweg abschaffen
22.07.08 - Ungezählte Kinder und Berufstätige nutzen tagtäglich den Verbindungsweg, am Marktplatz vorbei, vom Bahnhof zur Lautererstrasse. Dem Gemeinderat liegt nun am kommenden Dienstag das Gesuch der Anlieger vor, den attraktiven und verkehrsfreien Weg zu sperren. Der Weg sei für die Geschäftsleute an der Bahnhofstraße existenzbedrohend. Viele Gäste würden den kürzeren Weg zum Bahnhof nutzen und daher sinke der Umsatz der Einzelhändler, so Gerhard Weitl (SPD). Bernd Petters von den Freien Wählern (PWG) bezeichnete den Antrag als Schildbürgerstreich. In
anderen Orten versuche man gerade solche Wege zu bauen. Sicher, mitten durch den Ort und noch dazu im Grünen. „Wo gibt’s so was noch !!“.
Klaus Pusl verglich die Situation mit Meran. Nie käme man dort auf die Idee die Gassen der Altstadt zu sperren, nur um die Touristen auf der Hauptstraße an den Geschäften vorbei zu führen. Vielmehr sollte überlegt werden ob nicht eine wirtschaftliche Überplanung zum Beispiel durch die im Landkreis ansässige Standortmarketing Gesellschaft stattfinden soll.
Beate Rauch (Bündnis 90/Die Grünen) vermutet hier einen Schritt, den Bau der Sporthalle zu verzögern oder ganz zu verhindern. Den Schulkindern würde die kürzeste Verbindung zwischen Schule und Sporthalle versperrt, die Zeit für den Umweg über die Perfall- oder Bahnhofstraße würde den Sportunterricht verkürzen.
Es regt sich auch erster Widerstand bei den Bürgern. Es sei schließlich nicht hinnehmbar, daß in Neuhaus Bürger durch die Gemeinde bei Unterschriftenaktionen unterstützt werden, die für den Erhalt eines Weges über den Dürnbach (über ein Privatgrundstück) kämpfen und in Schliersee ein sicherer Schulweg aufgrund einiger Einzelinteressen gesperrt werden soll. Letztendlich ginge auch der einzige durchgehende Radweg durch die Marktgemeinde verloren.
Auf welche Seite sich die CSU stellt ist offen. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und CSU Vorsitzender stand dem Antrag jedoch wohlwollend gegenüber. Spannend wird die Abstimmung allemal. Ist doch Gemeinderätin Grundbacher, ebenfalls CSU, auch im Vorstand des Sportvereins, der später die Zweifachturnhalle nutzen möchte.
