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Bahnübergang Westenhofen

Miesbacher Merkur

Bahntrog oder Unterführung

Bürgermeister stellt zwei Lösungsmöglichkeiten vor -
Seeger mahnt: Druck aufrecht erhalten

von Tobias Öller
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Schliersee - "Es ist wichtig, dass der politische Druck auf die DB Netz AG aufrecht erhalten wird", betonte Heino Seeger, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, im Hinblick auf den Bahnübergang in Westenhofen. Im Schlierseer Gemeinderat erklärte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer zwei Varianten, die zu einer ersatzlosen Auflösung dieses kritischen Kreuzungspunktes zwischen Bahn und Straße führen könnten. Die Kosten für beide Möglichkeiten sind im einstelligen Millionenbereich veranschlagt. Wie in Hausham müssten laut Schnitzenbaumer Gemeinde, Bahn und Bund die Kosten jeweils zu einem Drittel übernehmen. Seeger wies jedoch darauf hin, dass bei einer totalen Auflösung der Kreuzung die Baukosten auch aus Sondermitteln entnommen werden könnten. Für die Gemeinde könnten die Kosten dann gegen Null gehen.

Eine der beiden Lösungen sieht eine neue Straßenführung vor. Nach dem Kirchbichl würde sie in Richtung Antritt unter der Zugtrasse hindurchführen. Der bestehende Bahnübergang in Westenhofen würde dann wegfallen. Einige Nachteile ergeben sich aus dieser Variante, deren Kosten auf vier bis fünf Millionen Euro geschätzt wird. Die Straße müsste über die Schlierach führen, was ökologisch fragwürdig sei, wie Schnitzenbaumer erklärte. Auch mit den betroffenen Grundstücksbesitzern sei bislang nicht über eine Grundabtretung verhandelt worden. Zudem sei es unsicher, ob die Straße für den innerörtlichen Verkehr attraktiv sein würde. Der Bürgermeister äußerte die Befürchtung, dass sich der Verkehrsfluss zwischen den Ortsteilen auf die Perfallstraße verlagern könnte.

Die zweite Variante ist mit sechs Millionen Euro Baukosten etwas teurer veranschlagt, bietet jedoch auch ein komfortable Lösung des Kreuzungsproblems. Wie in Hausham soll bei dieser Möglichkeit eine Troglösung verwirklicht werden. Vom Ortseingang bis zum Bahnhof Schliersee soll damit ein Gefälle der Bahntrasse erreicht werden, so dass am neuralgischen Punkt in Westenhofen ein sieben Meter tiefer Trog entsteht, über den die Breitenbachstraße mit einer Brücke geführt werden könnte. Eine Entscheidung im Gremium fiel nicht, Schnitzenbaumer gab lediglich die Informationen an die Gemeinderäte weiter. Bernd Petters (PWG), der die Planungen vorangetrieben und die entsprechenden Kontakte hergestellt hatte, freute sich insbesondere über die gute Kooperation der Gemeinderäte im Hinblick auf den Bahnübergang: „So eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit hat es schon lange nicht mehr gegeben."