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Leserbriefe

Jetzt ist es also recht schnell gegangen, die benötigte Anzahl an Schlierseern zu finden, die "Ihre" Schule behalten möchten, oder bei diesem Thema zumindest selbst noch gefragt werden wollen. Es soll ein Bürgerbegehren stattfinden, wohlgemerkt- kein Bürgerkrieg. Jeder ist aufgerufen, sich zu informieren, sich ernst genommen zu fühlen, und schließlich so oder so, sein Kreuzchen zu machen.Wie schön, daß das in unserer Demokratie möglich ist. Ob Alteingesessen, Zuazog`n, alt oder jung, dumm oder g´scheit - wer will das wissen? Am Ende wird die Last der Entscheidung auf mehrere Schultern verteilt worden sein,und von den Bürgern mehr "mitgetragen" werden,weil sie selber ins Finden einer Lösung miteinbezogen waren. Da noch kein Bürgermeister dafür rühmlich in die Geschichte eingegangen ist, daß in seiner Amtszeit eine gestiftete Schule dichtgemacht wurde, sondern ihm das von bösen Zungen sogar als "grober Schnitzer" ausgelegt werden könnte... ist also so ein Bürgerbegehren eigentlich auch für ihn eine tolle Sache.Sollte man meinen. Auch der eine oder andere Gemeinderat kann sich entspannt zurücklehnen und mal in Ruhe darüber nachdenken, ob jetzt neuerdings das christliche"C", das soziale"S", die Freiheit und das eigene Wahlprogramm, und das umweltpolitische Grün, den maroden Finanzen komplett geopfert werden sollen. Denn da, wo früher zuviel gestritten wurde, ist man sich neuerdings etwas z u schnell einig, wenn es darum geht, Klosterschwestern zu "entsorgen", Familienbeauftragte nicht aufzustellen und jetzt auch noch eine Grundschule zu schließen und einen alten Kurpark mit einer Turnhalle zuzupflastern. Sogar dem Förderverein "Kinder in Schliersee" ist vor lauter "sich aus dem Fenster lehnen" schon ganz schlecht geworden und man beteiligt sich wegen der mangelnden Unterstützung durch die Gemeinde nicht mehr beim Kinderland auf dem Seefest und scheint auch sonst einige Federn gelassen zu haben. Gehen wir also alle ruhig nochmal in uns und lassen uns bei der Abstimmung auch von unseren Idealen leiten. Denn aus diesen Idealen entstanden schon zu allen Zeiten so wichtige Dinge wie Familie, Sozialwesen,Sport, Kunst, Kultur und Ehrenamt.

Genauso wie es die kühlen Rechner, die Strategen, die Erneuerer braucht, haben die Idealisten, die Kreativen, die Querdenker und die Traditionalisten ein Recht darauf,Gehör zu finden. Das, denke ich, können wir uns schon noch leisten. Und was wir uns sonst noch so leisten können oder sollten,darüber darf man ja getrost verschiedener Meinung sein. Bis jetzt ist Schliersee wegen seiner Fantasten zu Ruhm gekommen.Egal ob ein Herr Terofal, ein Herr Lauterer oder die sportlichen Grössen. Hätten sie alle nur ans Geld gedacht,wären sie nicht Künstler; Mäzene, Sportler oder Museumsbetreiber geworden.Oder um es mit Karl Valentin auszudrücken: "mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.

Michaela Erkenbrecher