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Resolution des Elternbeirats der Realschule

Miesbach, 05.02.09. Mit großer Verwunderung hat die Schulgemeinschaft der Gunetzrhainer-Realschule Miesbach den Beschluss des Kreistags zur Zukunft der Schule zur Kenntnis genommen.

Der am 20.12.2007 gefasste Beschluss zum Neubau der Realschule wurde einstimmig aufgehoben, weil die „Durchführung unmöglich" sei. Als der Beschluss vom selben Gremium verabschiedet wurde, war der Neubau auf dem Gelände des alten Krankenhauses Miesbach als die beste aller möglichen Varianten bezeichnet worden. Erst vor wenigen Tagen hat die Bürgermeisterin, Frau Pongratz, das damals gemachte Angebot der Stadt Miesbach öffentlich erneuert.

Der jetzt gefasste Beschluss zum „Bau einer Kooperationsschule" im Tegernseer Tal entbehrt jeder konkreten Grundlage. Die Ausgestaltung einer solchen Kooperation zwischen Haupt- und Realschule wird immer noch zwischen den bayerischen Regierungsparteien verhandelt, es gibt noch keine Zusagen bezüglich der Standorte (Aussage der Pressesprecherin des Kultusministeriums vom 3.2.2009).

Die ebenso beschlossene Sanierung der Realschule Miesbach wird mit Argumenten begründet, die ebenfalls in die Irre fuhren:

„Die Situation der Realschule Miesbach muss schnell verbessert werden" - dadurch, dass über 1100 Schüler für 2 Jahre in Container umziehen müssen, um dann in ein saniertes Schulhaus zurückzukehren, in dem dieselbe drangvolle Enge herrscht wie jetzt?

„Die Realschule Miesbach wird durch die neue Schule im Tegernseer Tal entlastet." - ja, aber wann und wie stark?

- Von den jetzt 195 Schülern aus dem Tegernseer Tal besuchen 135 die Jahrgangsstufen 7 bis 10, in denen sie in fünf verschiedene Wahlpflichtfächergruppen aufgeteilt sind.

- Eine kleine Schule am Tegernsee kann diese Vielfalt nicht anbieten, sodass viele dieser Schüler nicht dorthin wechseln können.

- Eine Entlastung der Realschule Miesbach durch eine neue Schule im Tegernseer Tal wird frühestens in 6 Jahren die Marke von ca. 200 Schülern erreichen - das sind nur etwa so viele, wie jetzt schon im mittlerweile zweiten Jahr in Containern unterrichtet werden müssen.•

„Sanierungsmaßnahmen werden aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu 87,5% bezuschusst." - In einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 28.1.2009 wird Staatsminister Schneider wörtlich zitiert: „ Die Kommunen sollen jetzt keine Förderanträge für kommunale Projekte einfach ins Blaue hinein stellen. Wir müssen zunächst die Maßnahmenbereiche benennen und das Verfahren festlegen."

Bei dem am 2.2.2009 gefassten Beschluss des Kreistags wurden so viele Unwägbarkeiten in Kauf genommen und so viele Problemfelder einfach ausgeklammert, dass wir befürchten müssen, dass erneut keine zeitnahe Verbesserung der Gesamtsituation verwirklicht wird. Der vom Landrat bei der Kreistagssitzung genannte voraussichtliche Einzugstermin in das generalsanierte Schulhaus zum Schuljahresbeginn 2010/2011 ist nicht realistisch.

Wir fordern daher die Rücknahme des Beschlusses vom 2.2.2009, denn unbestreitbar richtig ist:
- Der Beschluss vom 20.12.2007 könnte durchgeführt werden.
-
Ob und wann es eine „Kooperationsschule" im Tegernseer Tal geben wird, ist völlig unsicher.
- Die Entlastung der Realschule Miesbach durch eine solche Schule wird erst in vielen Jahren eintreten und geringer sein als behauptet.
-
Eine Sanierung wird die bestehende unerträgliche Raumnot - auch hinsichtlich der Außenflächen - nicht lindern.
- Der vom Landrat genannte Einzugstermin ist illusorisch.

Deshalb wird die Elternschaft auch weiterhin für eine neue Schule kämpfen!

Miesbach, 5. Februar 2009
gez. Der Elternbeirat der Realschule Miesbach